Die VAE führen einen neuen Rahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung ein: Haftungsgrenzen für Unternehmen deutlich angehoben
- management1788
- Jan 13
- 2 min read

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben mit dem Bundesgesetz Nr. 10 von 2025 einen neuen Rahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung eingeführt und damit die bisherige Regelung aufgehoben. Diese Reform markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer strengeren Durchsetzung der Vorschriften und einer stärkeren Angleichung an internationale Compliance-Standards.
Das neue Gesetz stärkt die Aufsichtsbefugnisse, erweitert den Tatbestand der Straftaten und erhöht die Unternehmenshaftung erheblich, wodurch die Position der VAE als Rechtsordnung, die sich einer robusten Bekämpfung von Finanzkriminalität verschrieben hat, gefestigt wird.
Wichtigste Änderungen gemäß dem neuen Geldwäschegesetz
Der aktualisierte Rahmen führt mehrere wichtige Neuerungen ein, die direkte Auswirkungen auf Unternehmen haben, die in oder über die VAE tätig sind:
• Neue Straftatbestände im Zusammenhang mit der Finanzierung der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und virtuellen Vermögenswerten, die die sich entwickelnden globalen Risikobereiche widerspiegeln
• Niedrigere Beweisschwellen , die es ermöglichen, „Wissen“ aus den tatsächlichen Umständen abzuleiten, anstatt einen direkten Beweis zu verlangen.
• Erweiterte Aufsichtsbefugnisse , einschließlich der Möglichkeit, Vermögenswerte für bis zu 30 Tage einzufrieren • Deutlich erhöhte Unternehmenshaftung mit Verwaltungsstrafen für juristische Personen von bis zu 100 Millionen AED
Diese Änderungen deuten auf eine proaktivere Durchsetzung der Vorschriften und erhöhte Erwartungen an interne Kontrollen, Unternehmensführung und Risikomanagement hin.
Warum dies für Schweizer und europäische Unternehmen wichtig ist
Die Reform beschränkt sich nicht auf Banken, Fintech-Unternehmen oder regulierte Finanzinstitute. Jedes in den VAE ansässige Unternehmen – einschließlich Holdingstrukturen, Joint Ventures, Dienstleister und Family Offices – ist nun einem höheren regulatorischen und behördlichen Risiko ausgesetzt, wenn sein Rahmenwerk zur Bekämpfung von Geldwäsche und seine Governance nicht mit dem neuen Gesetz übereinstimmen.
Unternehmen, die grenzüberschreitend tätig sind, müssen sicherstellen, dass ihre internen Richtlinien, Risikobewertungen, Onboarding-Verfahren und Governance-Strukturen vollständig aktualisiert sind.
Wird dies nicht beachtet, kann es nicht nur zu behördlichen Sanktionen, sondern auch zu Betriebsstörungen und Reputationsschäden kommen.
Insbesondere für Schweizer und europäische Unternehmen unterstreicht der neue Rahmen die Notwendigkeit der Kohärenz zwischen den Compliance-Verpflichtungen der VAE und den schweizerischen/EU-Regulierungsstandards.
Unterstützung der Einhaltung von Vorschriften und der grenzüberschreitenden Abstimmung
Experten von Swiss Group Legal unterstützen Mandanten bei der Beurteilung der Auswirkungen des neuen AML/CTF-Rahmenwerks und bei der Umsetzung praktischer Compliance-Lösungen.
Dies umfasst die Überprüfung und Aktualisierung von AML-Handbüchern, die Durchführung von Risikobewertungen, die Verbesserung der Onboarding-Prozesse und die Sicherstellung, dass die Governance-Strukturen sowohl den Anforderungen der VAE als auch internationalen Best Practices entsprechen.
Zu den Spezialisten, die in diesen Angelegenheiten beratend tätig sind, gehören Raffaele Delorenzi , Leiter der Compliance-Abteilung, und Michael Lane , Leiter der Rechtsabteilung, die über umfangreiche Erfahrung in den Bereichen regulatorische Compliance, Corporate Governance und grenzüberschreitende Beratung verfügen.
Blicken wir nach vorn
Mit gesenkten Durchsetzungsschwellen und erhöhten Strafen stellt der neue Rahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CTF) einen deutlichen Wandel der regulatorischen Erwartungen in den VAE dar. Unternehmen, die in der Region tätig sind, sollten der Einhaltung der Vorschriften höchste Priorität einräumen und sicherstellen, dass ihre internen Rahmenbedingungen nicht nur formal den Anforderungen entsprechen, sondern auch in der Praxis wirksam sind.
Eine frühzeitige Bewertung und zeitnahe Aktualisierung sind entscheidend für das Management regulatorischer Risiken und die Aufrechterhaltung der operativen Widerstandsfähigkeit in einem zunehmend strengen Compliance-Umfeld.
